Das berühmte Turmsignal von Kraków / Krakau – der Hejnał – begeistert täglich Touristen und gilt als eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Nun wurde diese Tradition modernisiert: Die Turmbläser der Marienkirche erhielten am Mittwoch, dem 8. April, einen kompletten Satz neuer Trompeten.
Insgesamt acht goldfarbene Instrumente wurden übergeben. Die Finanzierung erfolgte durch die Selbstverwaltung der Woiwodschaft Kleinpolen sowie die Krakauer Philharmonie. Die neuen Trompeten ersetzen stark abgenutzte Instrumente – rechtzeitig vor einem bedeutenden Jubiläum.
Investition von rund 150.000 Zloty
Die Anschaffung der neuen Trompeten kostete rund 150.000 Zloty. Die Instrumente zeichnen sich durch ihre goldene Farbe aus und sollen sowohl klanglich als auch optisch überzeugen.
Nach dem ersten Einsatz zeigten sich die Turmbläser zufrieden. Jakub Imielski erklärte, dass das Signal täglich 96-mal gespielt wird, was die Instrumente stark beansprucht. Gleichzeitig betonte er, dass man sich an die neuen Trompeten erst gewöhnen müsse.
Auch Michał Kołton unterstrich, dass man weiterhin bemüht sei, „so schön wie möglich für die Bewohner und Besucher Krakaus zu spielen“. Die goldene Farbe sei zudem praktisch, da sie aus dem Turmfenster gut sichtbar ist.
Tradition mit internationaler Strahlkraft
Während der Übergabe hob Marschall Łukasz Smółka die Bedeutung des Hejnałs hervor. Die Melodie sei nicht nur in Polen, sondern weltweit bekannt und ziehe täglich zahlreiche Besucher auf den Hauptmarkt.
Zugleich erinnerte er daran, dass im kommenden Jahr ein besonderes Jubiläum ansteht: der 100. Jahrestag der ersten Ausstrahlung des Signals im Polskie Radio.
Wer sind die Krakauer Turmbläser?
Die Turmbläser sind professionelle Feuerwehrleute der städtischen Feuerwehr in Kraków / Krakau. Derzeit versehen sieben Musiker diesen besonderen Dienst.
Eine Schicht auf dem Turm dauert 24 Stunden. Danach folgen 48 Stunden Pause. Für einige Feuerwehrleute ist das Spielen des Signals mehr als nur ein Beruf – es ist Familientradition. In der Familie Kołton reicht diese bis ins Jahr 1945 zurück.
Eine jahrhundertealte Geschichte
Die ersten dokumentierten Hinweise auf das Krakauer Hejnał stammen aus dem Jahr 1392. Seit Jahrhunderten wird die Melodie jede Stunde von der Turmspitze der Marienkirche in alle vier Himmelsrichtungen gespielt.
Die Reihenfolge ist festgelegt und symbolisch:
- zuerst nach Süden in Richtung Wawel – für den König
- dann nach Westen – für die Stadtverwaltung
- anschließend nach Norden – für ankommende Gäste
- zuletzt nach Osten – für den Feuerwehrkommandanten
Diese Tradition bleibt bis heute unverändert und ist ein fester Bestandteil des kulturellen Erbes von Kraków / Krakau.
Quelle: wp
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