Im polnischen Seebad Łeba (Leba) wurde kürzlich der Grundstein für ein Museum der Superlative gelegt. Ab 2024 können Besucher im „Museum für Unterwasserarchäologie und Ostseefischerei“ Schiffswracks, Rekonstruktionen mittelalterlicher Boote und zahlreiche Fundstücke aus den Tiefen des Baltischen Meeres entdecken. Spektakulär ist die Architektur der Einrichtung. Die geschwungene Fassade der Filiale des Nationalen Meeresmuseums nimmt die Wellen der Ostsee auf, Holz und Seile sind eine Hommage an die Schifffahrt.
Der erste Bauabschnitt soll noch diesen Sommer fertiggestellt werden. Die weiteren zwei Phasen werden dann bis 2023 dauern und die ständige Ausstellung ein Jahr später eröffnen. Sie wird sich über eine Fläche von 6.000 Quadratmeter erstrecken und die Geschichte der Schifffahrt im Ostseeraum vom 10. Jahrhundert bis zur Gegenwart darstellen. Zu den Highlights gehören rekonstruierte Wracks von altslawischen und Wikingerbooten. Auch spätmittelalterliche Hansekoggen und Holken oder moderne Hochseeschiffe mit Dieselantrieb werden zu sehen sein. Aktuell zeigt das Meeresmuseum in Gdańsk (Danzig) bereits einen Teil davon. Weitere Wracks befinden sich in der archäologischen Konservierungsabteilung.
Beim Gebäude setzen die Planer auf ansprechende Formen, die das Meeresthema aufnehmen. Die gesamte Anlage wird als Niedrigenergiegebäude geplant, das sich zum überwiegenden Teil selbst versorgen soll. Die Ausstellung richtet sich konzeptionell an alle Altersgruppen, bietet aber spezielle Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche. Hier setzen die Macher auf eine Mischung aus Mitmachelementen, interaktiven Multimediangeboten und Workshops. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf umgerechnet rund zehn Millionen Euro. www.nmm.pl www.pomorskie.travel