Nach den jüngsten Wetterkapriolen haben sich die Strände an der polnischen Ostseeküste in wahre Schatzfelder verwandelt. Ein kurzer Spaziergang entlang der Küste reicht aus, um zwischen Treibholz und Seegras glänzende Stücke zu entdecken. Die Sammler zeigen sich begeistert. Vieles deutet darauf hin, dass an der polnischen Küste erneut eine „goldene Ernte“ begonnen hat.
Stürme als Startsignal für Sammler
Sturm, starker Wind und sich zurückziehende Wellen halten viele Badegäste vom Strand fern. Für Bernsteinsucher ist genau das der beste Moment des Jahres. Derzeit laufen an der Ostsee die traditionellen „goldenen Ernten“. Spaziergänger durchkämmen die Strände und kehren mit vollen Taschen zurück – manche sogar mit ganzen Eimern voller Bernstein.
Bernstein lässt sich am besten nach Stürmen sammeln, besonders im Herbst, Winter und im frühen Frühling. Kräftiger Wind und hohe Wellen wirbeln den Meeresboden auf. Dabei lösen sich Millionen Jahre alte Harzstücke und werden an die Küste gespült. Sobald sich das Meer beruhigt, entstehen entlang der Wasserlinie sogenannte „Bernsteinbänder“. Diese bestehen aus einer Mischung aus Zweigen, Seegras und kleinen Holzstücken. Genau dort liegen die Chancen auf wertvolle Funde am höchsten.
Auf dem Facebook-Profil „Na Mierzeję“ erschien kürzlich ein Beitrag mit Fotos der Ausbeute von Katarzyna nach einem nur anderthalbstündigen Spaziergang im Badeort Krynica Morska / Kahlberg. Die Bilder zeigen beachtliche Mengen des begehrten Naturmaterials.
Wo sich Bernstein in Polen finden lässt
Als beste Fundorte gelten die Strände der polnischen Ostseeküste. Auch an Steilküsten, die die Ostsee säumen, lagern Bernsteinstücke. In Sand- und Tonschichten lassen sich immer wieder Fragmente entdecken.
Darüber hinaus kommt Bernstein in sandigen Fluss- und Teichbetten vor, die ins Meer münden. Besonders erfolgversprechend sind Stellen, an denen sich die Strömung verlangsamt und Sand sowie kleine Steine ablagert.
So erkennt man echten Bernstein
Bernstein wird häufig mit Glas- oder Plastikstücken verwechselt. Daher empfiehlt sich ein einfacher Test. Legt man das Fundstück in ein Glas mit warmem Wasser und viel Salz, schwimmt echter Bernstein an der Oberfläche. Plastik dagegen sinkt meist zu Boden.
Weitere typische Merkmale:
- Echter Bernstein fühlt sich warm an und nicht so kalt wie ein Stein.
- Er besitzt eine unregelmäßige Form und oft eine matte Oberfläche.
- Beim Reiben entsteht mitunter ein feiner, harziger Geruch.
Quelle: eska
Foto: facebook / Na Mierzeję