Am 31. Dezember 2025 ist die vom pommerschen Denkmalpfleger gesetzte Frist zur Umsetzung der Sicherungsmaßnahmen an den Überresten des Elisabethtores Danzig/Gdańsk abgelaufen. Der Denkmalpfleger kündigt nun eine erneute Kontrolle an.
Die Überreste des Elisabethtores sind Teil eines ehemaligen Verteidigungssystems der Stadt Danzig/Gdańsk. Bis ins 19. Jahrhundert war es Teil der Erdwallbefestigungen, die später eingeebnet wurden. Der heute sichtbare oberirdische Teil besteht aus einer Ziegelmauer in U-Form. Der unterirdische Bereich setzt sich aus zwei miteinander verbundenen Kammern sowie zwei Gängen zusammen.
Vom Restaurant zur Ruine
Über viele Jahre hinweg befand sich im Elisabethtor das Restaurant „Big Johny“. Nach dessen Schließung wurde das Gelände sich selbst überlassen und von Obdachlosen und Müllsammlern genutzt.
In unmittelbarer Nachbarschaft des Elisabethtors steht das Neue Rathaus, welches heute Sitz des Stadtrats ist. In den vergangenen Jahren griffen Stadträte mehrfach wegen Verwahrlosung und Vermüllung des Areals ein. Bereits vor zehn Jahren hatte der damalige Eigentümer ein Projekt vorgestellt, das eine Überdachung und Umnutzung der Wallmauern vorsah. Daraus wurde jedoch bisher nichts.
Neue Eigentümer
Seit Februar 2024 hat das Grundstück einen neuen Eigentümer, die Gesellschaft Bastion Investment.
Im April 2025 wurde eine umfassende Revitalisierung des Elisabethtores mit Dienstleistungsfunktionen angekündigt. Bisher wurden allerdings jedoch noch keine Arbeiten durchgeführt. Mitte 2025 wurde das Gelände zwar aufgeräumt und eingezäunt, im Juli 2025 stürzte jedoch das stark beschädigte Dach ein.
Bereits vor fast zwei Jahren hatte der Denkmalpfleger dem neuen Eigentümer eine Reihe von Auflagen erteilt, darunter die Reparatur und Reinigung der Mauern, die Ergänzung und Verstärkung der Fugen, Maßnahmen gegen Pilzbefall sowie die Herstellung einer Isolierung. Umgesetzt wurde bislang keine dieser Maßnahmen. Aus diesem Grund kündigte der Denkmalschutz Kontrollen und mögliche Strafen an.
Quelle: dziennikbaltycki
Foto: Facebook/Pomorski Wojewódzki Konserwator Zabytków