Nationalpark setzt auf Naturkraft – in der Kampinos-Heide leben wilde Pferde 

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In der Kampinos-Heide ist ein außergewöhnliches Naturprojekt umgesetzt worden: Ein Bestand halbwilder Pferde lebt dort inzwischen dauerhaft. 

Das Vorhaben wurde längere Zeit geheim gehalten. Die wilden Tiere bewegen sich frei in der Kampinos-Heide, stehen jedoch unter fachlicher Aufsicht des Wissenschafts- und Naturmonitoring-Teams des Nationalparks Kampinos.

Herkunft und Haltung der Tiere

Bei den Tieren handelt es sich nicht um herrenlose Pferde. Die Herde gehört formal einem lokalen Landwirt, wird jedoch wissenschaftlich begleitet. Aktuell umfasst sie rund 30 Tiere, aufgeteilt in drei kleinere Gruppen. Die Zusammensetzung erfolgte gezielt aus verschiedenen Regionen Polens, um eine möglichst breite genetische Diversität sicherzustellen.

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Die Pferde gehören zu einer alten polnischen Rasse, die genetisch auf die ausgestorbenen Tarpane zurückgeht. Sie gelten als robust, krankheitsresistent und hervorragend an raue klimatische Bedingungen angepasst. Selbst bei starkem Frost kommen sie dank ihres dichten Winterfells gut zurecht. Vor etwa einem Monat wurde zudem Nachwuchs geboren – auch die Fohlen überstehen die winterlichen Bedingungen problemlos.

Menschliche Eingriffe beschränken sich im Wesentlichen auf tierärztliche Kontrollen und ergänzende Heufütterung im Winter.

Ökologische Funktion im Nationalpark

Die Einführung der Pferde ist eine Reaktion auf strukturelle Veränderungen in der Kulturlandschaft. Extensive Landwirtschaft, etwa Beweidung oder Mahd, wird auf nährstoffarmen Böden zunehmend aufgegeben, da sie wirtschaftlich kaum tragfähig ist. Dadurch verändern sich über Jahrzehnte gewachsene Offenland-Ökosysteme.

Die Pferde übernehmen hier eine ökologische Schlüsselrolle. Sie verhindern durch Beweidung die Verbuschung, fördern strukturreiche Lebensräume und beeinflussen indirekt die Artenvielfalt von Pflanzen, Insekten und Vögeln.

Freilebende Herden ähnlichen Typs existieren bereits im Nationalpark Polesie sowie im Nationalpark Biebrza.

Perspektiven und Risiken

Trotz der positiven ökologischen Effekte ist eine dauerhafte, vollständig autonome Population im Raum Masowien fraglich. Die Nähe zu Siedlungen und Straßen erhöht das Risiko von Verkehrsunfällen und erfordert fortlaufende Überwachung.

Das Projekt zeigt jedoch exemplarisch, wie halbwilde Großherbivoren zur Stabilisierung von Landschaftsökosystemen beitragen können.

Quelle: wp

Foto: Freepik

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