Gestohlenes Augustinus-Manuskript kehrt nach Breslau / Wroclaw zurück

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Nach jahrelanger Suche ist ein kostbares Manuskript aus dem 15. Jahrhundert in die Universitätsbibliothek Wrocław / Breslau zurückgekehrt. Der Band mit Werken des Kirchenvaters Augustinus von Hippo war Ende der 1980er Jahre gestohlen worden.

Am Dienstag präsentierten Vertreter der Universität das zurückgewonnene Kulturgut in Wrocław / Breslau. Die Restitution gelang durch internationale Zusammenarbeit und das Engagement polnischer Experten.

Herkunft und Bedeutung des Manuskripts

Das Manuskript entstand im 15. Jahrhundert in der Kartause Liegnitz (Legnica). Über Jahrhunderte verblieb es in Schlesien. Erst in den 1980er Jahren verschwand der Band infolge eines Diebstahls.

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Experten betonen die besondere Qualität der Handschrift. Sie verweisen auf “die elegante Schrift, kunstvoll gestaltete Initialen und einen außergewöhnlich guten Erhaltungszustand”.

Der Codex enthält fünf Werke von Augustin. Dazu zählen auch die „Bekenntnisse“, die als erste intellektuelle Autobiografie der Literaturgeschichte gelten. Die Rückkehr des Bandes gilt daher als bedeutend für die Mediävistik und die Theologiegeschichte.

Spur führt nach Paris

Den entscheidenden Hinweis entdeckte Anfang 2025 Dr. Antoine Haaker von der Universitätsbibliothek Wrocław / Breslau. Er identifizierte das verschollene Manuskript auf dem internationalen Kunstmarkt.

Nach Recherchen bot die Pariser Galerie Les Enluminures den Band zum Verkauf an. Daraufhin leitete das polnische Ministerium für Kultur und Nationales Erbe umgehend Schritte zur Sicherstellung ein.

Die Übergabe des Manuskripts erfolgte schließlich im Rahmen einer internationalen Kooperation. Das Ministerium hob die konstruktive Zusammenarbeit mit der Galerie hervor. Das Verständnis und die enge Abstimmung hätten die Rückgabe in die ursprünglichen Bestände ermöglicht.

Bedeutung der Handschrift für Forschung und Kulturerbe

Die Universität Wrocław / Breslau betont die wissenschaftliche Tragweite der Restitution. Die Handschrift sei von zentraler Bedeutung für die Erforschung der mittelalterlichen Buchkultur, der Theologiegeschichte und der Schrifttradition in Schlesien.

Mit der Rückkehr nach Wrocław / Breslau erweitern sich die Forschungsmöglichkeiten vor Ort. Zugleich stärke der Fund die Auseinandersetzung mit dem regionalen Kulturerbe.

Restitutionsbilanz Polens

Das Kulturministerium in Polen schloss im Jahr 2025 insgesamt 25 Restitutionsverfahren ab. Derzeit führt die Behörde nahezu 200 Verfahren in 18 Ländern. Seit 2008 kehrten bereits 886 einzelne Kulturgüter nach Polen zurück.

Die Rückgabe der Augustinus-Handschrift gilt damit als weiterer Erfolg der polnischen Restitutionspolitik.

Quelle: rmf24

Foto: facebook / @Wrocław.pl

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