Polen hat ein berühmtes Kunstwerk zurückerhalten. Ein seit rund 80 Jahren verschollenes Gemälde ist an seinen historischen Ort zurückgekehrt. Das Werk hängt wieder im Schloss Fürstenstein in Wałbrzych / Waldenburg in Niederschlesien.
Das Gemälde wurde auf einer Auktion in Deutschland erworben. Der Kaufpreis lag bei über 4.000 Euro. Heute befindet sich das Bild in der rekonstruierten Schlafkammer von Fürstin Daisy.
Gemälde von Alexander von Hochberg wieder im Schloss
Das zurückgekehrte Werk zeigt den Grafen Alexander von Hochberg. Der italienische Maler Alfredo Galli schuf das Porträt. Es entstand zwei Monate vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs.
Das Bild gehört zu einer Serie von fünf Familienporträts. Sie zeigen die letzten Besitzer des Schlosses Fürstenstein. Dargestellt sind das Familienoberhaupt Hans Heinrich XV., Fürstin Daisy sowie ihre drei Söhne: Hans Heinrich XVII., Alexander und Bolko.
Das Porträt zeigt Alexander von Hochberg. Er war der Sohn von Daisy von Pless.
Der Lebensweg von Alexander von Hochberg
Alexander von Hochberg verließ das Schloss Fürstenstein in den 1930er-Jahren. Er zog in den Palast in Pszczyna / Pless, eine weitere schlesische Residenz der Familie Hochberg.
Am Tag vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs reiste er über Pszczyna / Pless nach Warszawa / Warschau. Dort schloss er sich General Władysław Sikorski an. Er trat dem 2. Polnischen Korps bei.
Hochberg diente als Dolmetscher. Er kämpfte im Nahen Osten und in Italien. Er nahm unter anderem an der Schlacht um Monte Cassino teil. Zeitweise gehörte er zur persönlichen Schutzgarde von General Sikorski.
Alexander von Hochberg starb am 22. Februar 1984 auf Mallorca. Seine persönlichen Erinnerungsstücke gelangten später auf den Kunst- und Antiquitätenmarkt.
Hochberg als polnischer Staatsbürger und Fürst von Pless
Alexander von Hochberg war der Sohn von Hans Heinrich XV., Fürst von Pless und Daisy von Pless. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm er die polnische Staatsbürgerschaft an.
Als Erbe der Güter der Familie Pless zählte er zu den reichsten Grundbesitzern Polens. Am 26. Januar 1984 wurde er Nachfolger seines Bruders Hans Heinrich XVII. Er trug den Titel des fünften Fürsten von Pless.
Dieses Amt übte er weniger als vier Wochen aus. Wie sein Bruder ist er ebenfalls im Jahr 1984 verstorben. Daraufhin verweiste die Leitung des Schlosses Fürstenstein in Wałbrzych / Waldenburg.
Kunstschätze aus dem Schloss Fürstenstein
Die Präsidentin der Schlossgesellschaft Fürstenstein, Dorota Karolewska, betont die Bedeutung der Rückkehr: Die Wiedergewinnung der Kunstwerke erhöhe die Authentizität des Schlosses. Dadurch steige der Rang des Denkmals als eines der wichtigsten Kulturerbeobjekte Polens.
Bisher konnten rund 80 Prozent der einstigen Ausstattung lokalisiert werden. Die Objekte befinden sich heute in privaten und staatlichen Sammlungen. Sie liegen in Polen und im Ausland.
Rückkehr weiterer verlorener Kunstwerke nach Polen
Auch andere verschollene Kunstwerke kehren nach Polen zurück. Das polnische Kultur- und Nationalerbe-Ministerium arbeitet dabei international zusammen. Unter anderem besteht eine Kooperation mit dem FBI.
Kürzlich gelang die Rückgabe des mittelalterlichen Manuskripts „Collectarium lądzkie“. Das Werk war illegal aus Polen ausgeführt worden. Es verschwand nach dem Angriff Deutschlands und Russlands auf Polen.
Quelle: planeta
Foto: facebook / @Zamek Książ w Wałbrzychu