Wenn riesige Schafherden von den Bergweiden zu ihren Winterquartieren zurückkehren, bietet sich ein spektakuläres Bild. Kein Wunder, dass das Ereignis jedes Jahr zahlreiche Besucher in die malerischen Bergregionen im Süden Polens lockt. Wo kann man den Almabtrieb im Herbst 2026 erleben? Der größte findet in einem beliebten Kurort statt.
Eine Herbstreise in die polnischen Berge lässt sich wunderbar mit einem besonderen Erlebnis verbinden. Die traditionellen Almabtriebe, die im Herbst in den Bergregionen stattfinden, werden immer beliebter. Einheimische und Touristen kommen, um Hunderte oder sogar Tausende Schafe mit eigenen Augen zu sehen, wenn sie durch die Straßen von Dörfern und Städten ziehen. Gleichzeitig bietet sich die Gelegenheit, einen Bergurlaub mit authentischen, nicht inszenierten Bräuchen und Hirtenritualen zu verbinden. Die Termine der größten Veranstaltungen für 2026 stehen bereits fest.
Almabtrieb am Fuße der „Königin der Beskiden“ und an weiteren Orten
Der erste große Almabtrieb des Herbstes steht praktisch schon vor der Tür. Am 19. September findet der Schafabtrieb in Zawoja statt. Er ist einer der Höhepunkte des 42. Festivals „Babiogórska Jesień“. Um 12.30 Uhr werden die Schafe von der Alm Barankowa ins Tal getrieben. Der Festzug startet in Zawoja Składy und zieht anschließend zum Festivalgelände am Erholungszentrum „Diablak“ in Zawoja Widły. Dort treten regionale Folkloregruppen aus Polen und dem Ausland auf.
„Kommen Sie früh und sichern Sie sich einen Platz entlang der Strecke“, appellieren die Veranstalter. Zum Festivalprogramm gehören außerdem Konzerte sowie Märkte mit Kunst und traditionellem Kunsthandwerk.
Am 2. und 3. Oktober ist ein Almabtrieb in Ochotnica Górna geplant. In den Gorce gehört die Veranstaltung zu den am sehnlichsten erwarteten Ereignissen des Herbstes. Zwei Tage lang können Besucher die traditionelle Hirtenkultur und regionale Bräuche hautnah erleben, Goralenmusik hören und das berühmte „Meer aus Schafen“ sehen.
Am 3. Oktober findet außerdem ein Schafabtrieb im Gebiet von Jazowsko und Obidza in der Gemeinde Łącko in den Sandezer Beskiden statt. Am selben Tag werden die Schafe auch durch die Straßen von Rabka-Zdrój ziehen.
Der größte Almabtrieb findet in einem bekannten Kurort statt: Ein „Meer aus Schafen“ zieht durch Szczawnica
Der malerische Kurort in den Pieninen ist aus vielen Gründen ein ideales Reiseziel für den Herbst. Vom 8. bis 10. Oktober findet hier der größte herbstliche Schafabtrieb Polens statt. Drei Tage lang wird sich der bekannte Kurort deutlich verändern.
Durch die Straßen von Szczawnica zieht dann, begleitet vom Klang der Hirten- und Schafglocken, traditioneller Goralenmusik und den Rufen der Hirten, ein regelrechtes „Meer aus Schafen“.
Der diesjährige Herbst-Almabtrieb soll einen besonderen Charakter bekommen. Die Feierlichkeiten finden im Rahmen des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahres der Weidelandschaften und Hirten statt. Deshalb dauert die Veranstaltung erstmals in ihrer Geschichte drei Tage.
Auf dem Programm stehen Vorführungen aus dem traditionellen Hirtenleben, Auftritte von Goralenensembles und natürlich der Höhepunkt der Veranstaltung: der Zug von Hunderten Schafen durch Szczawnica.
Wer einen Besuch plant, sollte allerdings einen Punkt beachten: Während des Schafabtriebs sind die Unterkünfte im Kurort stark ausgelastet. Hotels, private Zimmer und Pensionen in Szczawnica und Krościenko nad Dunajcem werden von Tag zu Tag knapper. Deshalb lohnt es sich, auch nach Unterkünften in den umliegenden Orten wie Szlachtowa, Jaworki oder Czorsztyn zu suchen.
„Pieniński Wypas Kulturowy“ in Kluszkowce
Ein weiterer bekannter Schafabtrieb findet in Kluszkowce statt. In diesem Jahr ist er für den 17. Oktober geplant. Die Veranstaltung ist Teil der fünften Ausgabe der „Pieniński Wypas Kulturowy“, einer Veranstaltungsreihe rund um die traditionelle Schafhaltung in den Pieninen.
Die Schafherden werden erneut durch den Ort in Richtung Talstation des Skigebiets Czorsztyn-Ski ziehen. Begleitet wird das Ereignis von Auftritten traditioneller Goralenkapellen und Märkten mit regionalen Produkten. Natürlich dürfen auch lokale Spezialitäten wie der berühmte Oscypek-Käse nicht fehlen.
Wer sich erst jetzt für eine Reise entscheidet, sollte mit der Buchung nicht zu lange warten. Auf Booking.com kann für den Zeitraum vom 17. bis 18. Oktober bereits angezeigt werden, dass in Kluszkowce keine Unterkünfte mehr verfügbar sind. Freie Zimmer sind nur noch begrenzt vorhanden. Alternativ lohnt sich die Suche in den umliegenden Orten.
Damit ist die Saison jedoch noch nicht vorbei. Auch in weiteren Orten sind Schafabtriebe geplant. Die genannten Termine können sich allerdings noch ändern.
Voraussichtlich am 11. Oktober können Einwohner und Touristen in Nowy Targ den Schafabtrieb des Hirten Klimowski erleben. Es handelt sich um den längsten Schafabtrieb dieser Art in Polen: Hirte Józef Klimowski zieht mit mehr als 1.000 Schafen von den Niederen Beskiden bei Czarne bis nach Podhale.
Am 23. und 24. Oktober findet in Czarny Dunajec einer der letzten großen Schafabtriebe der Saison statt. Die Herde wird unter der Führung der Hirten, der Brüder Hyrczyk, von der Hirtenhütte auf der Baligówka in Richtung Ortszentrum von Czarny Dunajec geführt. Für den 25. Oktober ist nach derzeitiger Planung ein weiterer Schafabtrieb in Ludźmierz vorgesehen. Auch dieser Termin kann sich noch ändern.
Zweimal im Jahr ziehen die Schafe auf die Weiden und zurück
Der traditionelle Almauftrieb und -abtrieb findet im Laufe des Jahres zweimal statt. Im Frühjahr, rund um den Georgstag am 23. April, treiben die Hirten gemeinsam mit ihren Helfern die Schafe auf die Bergweiden. Dort bleiben die Tiere bis zum Herbst.
Wenn die Tage kürzer und die Temperaturen niedriger werden, beginnt der Rückweg von den Almen zu den heimischen Höfen. Als traditionelles Ende der Weidesaison gilt der 29. September, der Gedenktag des Erzengels Michael. Der genaue Termin des Schafabtriebs ist allerdings flexibel und hängt vor allem von den Wetterbedingungen ab.
Wer im Herbst noch etwas Besonderes erleben möchte, findet in den polnischen Bergen zahlreiche weniger bekannte Orte abseits der üblichen Touristenrouten. Dort warten traditionelle Bräuche, regionale Kultur und beeindruckende Landschaften.
Quelle: interia
Foto: Facebook/Apartamenty Klikuszówka