In Polen könnte eine Anlage entstehen, auf die Motorsportfans seit Jahren warten. In Żmigród / Trachenberg in Niederschlesien ist der Bau einer großen Rennstrecke geplant. Die Strecke soll über Parameter verfügen, die grundsätzlich die Austragung von Formel-1-Rennen ermöglichen würden. Das Projekt befindet sich bereits in der Vorbereitungsphase. Der Investor hat einen Teil der benötigten Grundstücke gekauft. Insgesamt soll die Anlage rund 85 Hektar umfassen.
Der Bau einer professionellen Rennstrecke in Polen sorgt seit Jahren für Interesse bei Fahrern und Motorsportfans. Nun gibt es jedoch einen konkreten Standort: die Flächen der Gemeinde Żmigród / Trachenberg.
Wie Bürgermeister Robert Lewandowski in einem Gespräch erklärte, handelt es sich nicht mehr nur um eine Konzeptidee. Für das Projekt wurden bereits zahlreiche formale und vorbereitende Arbeiten durchgeführt.
Projekt wird seit fünf Jahren vorbereitet
Robert Lewandowski bestätigte, dass die geplante Investition weit über eine erste Idee hinausgeht. Nach seinen Angaben begannen die Gespräche mit dem Investor vor etwa fünf bis sechs Jahren.
Inzwischen hat die Gemeinde Änderungen am Flächennutzungs- und Bebauungsplan vorgenommen. Dadurch können die betreffenden Flächen künftig für Dienstleistungen sowie für Projekte im Sportbereich genutzt werden. Derzeit läuft das Umweltverfahren. Als nächster wichtiger Schritt muss noch eine naturkundliche Bestandsaufnahme durchgeführt werden.
Der Bürgermeister hält sich mit weiteren Details zunächst zurück. Der Grund: Der Investor hat darum gebeten, Einzelheiten des Projekts vertraulich zu behandeln. Bekannt ist jedoch, dass das Unternehmen bereits mehr als 60 Hektar Land für die geplante Investition erworben hat.
Investor bleibt vorerst anonym
Über das Unternehmen hinter dem Projekt ist bislang nur wenig bekannt. Lokale Medien berichten, dass die Dominator Group hinter dem Vorhaben stehen soll. Fest steht außerdem, dass der Investor bereits mit dem Kauf von Immobilien für das Projekt begonnen hat. Wie viel Geld dafür ausgegeben wurde, wurde bisher nicht bekannt gegeben.
Im Zusammenhang mit der geplanten Rennstrecke wurden zudem Lärmanalysen durchgeführt. Nach inoffiziellen Informationen wurde geprüft, ob die während des Betriebs der Strecke entstehenden Geräusche für die Anwohner in der Umgebung zu einer übermäßigen Belastung führen könnten.
Nach Einschätzung des Bürgermeisters könnte bei dem derzeitigen Arbeitstempo innerhalb von etwa zwei Jahren eine Baugenehmigung erteilt werden. Gleichzeitig betont Lewandowski, dass es sich dabei lediglich um eine Prognose handelt. Der Zeitplan müsse daher mit Vorsicht betrachtet werden.
Formel-1-Parameter sind möglich – ein Grand Prix ist eine andere Frage
Besonders interessant ist die Möglichkeit, die geplante Rennstrecke an die Anforderungen der Formel 1 anzupassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass nach Abschluss der Bauarbeiten automatisch ein Grand Prix in Żmigród / Trachenberg stattfinden wird.
Eine Strecke, die entsprechende technische Standards erfüllt, wäre lediglich der erste Schritt. Für die Austragung eines Laufs zur Formel-1-Weltmeisterschaft müssten weitere Voraussetzungen erfüllt werden. Zudem wären entsprechende Entscheidungen und Genehmigungen erforderlich.
Zum jetzigen Zeitpunkt kann deshalb vor allem davon gesprochen werden, dass in Żmigród / Trachenberg eine Anlage entstehen könnte, die grundsätzlich die Voraussetzungen für Formel-1-Veranstaltungen bietet. Eine Garantie dafür, dass die Formel 1 tatsächlich in Żmigród / Trachenberg antreten wird, gibt es dagegen nicht.
Neue Rennstrecke könnte Polens Motorsport verändern
Unabhängig von der möglichen Zukunft der Formel 1 könnte die Investition den polnischen Motorsport deutlich verändern. Der Bürgermeister weist darauf hin, dass es in Polen derzeit an einer Anlage mit einem vergleichbaren Charakter fehlt. Seiner Einschätzung nach besteht ein großer Bedarf an einem Ort, an dem Autos und Motorräder gefahren und verschiedene Wettbewerbe veranstaltet werden können.
Sollte das Projekt umgesetzt werden, könnte die neue Anlage deshalb deutlich mehr bieten als nur eine Rennstrecke für hochklassige Motorsportveranstaltungen. Sie könnte Raum für verschiedene Aktivitäten rund um Automobile und Motorräder schaffen. Gleichzeitig würde das Projekt eine Lücke in der polnischen Motorsport-Infrastruktur schließen.
Quelle: interia
Foto: magnific