7 Milliarden Złoty für Wasserkraft-Batterie

Ein riesiger Wasserspeicher auf dem Berg: Polen baut Rożnów II 

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Polen baut das größte Pumpspeicherkraftwerk des Landes. Das Oberbecken entsteht auf dem Gipfel eines Berges. Rożnów II soll das polnische Stromnetz stabilisieren und den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen.

Riesiges Oberbecken oberhalb des Jezioro Rożnowskie

In der Woiwodschaft Kleinpolen entsteht eines der größten Energieprojekte der vergangenen Jahrzehnte. Wie bereits berichtet, soll auf den Anhöhen oberhalb des Jezioro Rożnowskie ein riesiges künstliches Oberbecken entstehen. Zusammen mit dem bestehenden See bildet es das geplante Pumpspeicherkraftwerk Rożnów II.

Das Projekt kostet voraussichtlich rund 6,8 bis 7 Milliarden Zloty. Damit entsteht eine gewaltige „Wasserbatterie“. Sie soll das Stromsystem stabilisieren und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energiequellen unterstützen.

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Rożnów II entsteht in der Gemeinde Łososina Dolna. Das Projektgebiet liegt auf Grundstücken des polnischen Staatsschatzes. Diese befinden sich in der Erbpacht der polnischen Staatsforste sowie der Gesellschaft Tauron Ekoenergia. Der Investor hat bereits 70 bis 80 Prozent der benötigten Flächen gesichert.

Das wichtigste Element bildet das neue künstliche Oberbecken. Es liegt deutlich höher als das Jezioro Rożnowskie. Das nutzbare Volumen soll rund 7,7 Millionen Kubikmeter betragen. Gleichzeitig wird noch eine größere Variante geprüft.

Das bestehende Jezioro Rożnowskie dient als Unterbecken. Eine technische Infrastruktur verbindet beide Gewässer. Sie ermöglicht es, Wasser zwischen den Becken hin- und her zu pumpen.

Das Kraftwerk soll eine Leistung von 767 MW erreichen. Die geplante Speicherkapazität liegt bei rund 3,1 GWh. Damit wäre Rożnów II der größte Energiespeicher dieser Art in Polen. Zum Vergleich: Das seit 1979 betriebene Pumpspeicherkraftwerk Porąbka-Żar verfügt über eine Leistung von 550 MW.

Vertreter der kommunalen Verwaltung betonen: „Beide Seen werden zusammen mit dem System aus Pumpen und Turbinen einen modernen Energiespeicher bilden.“ Das System soll schnell auf Schwankungen bei Stromproduktion und Nachfrage reagieren können.

Warum Polen eine „Wasserbatterie“ braucht

Pumpspeicherkraftwerke funktionieren im Prinzip wie riesige Batterien. Wenn im Stromnetz mehr Energie zur Verfügung steht als benötigt wird, pumpen die Anlagen Wasser in das höher gelegene Becken. Steigt der Strombedarf, fließt das Wasser wieder nach unten. Dabei treibt es Turbinen an und erzeugt Strom.

Das Konzept gewinnt durch den schnellen Ausbau erneuerbarer Energien an Bedeutung. Die Stromproduktion von Photovoltaik- und Windkraftanlagen hängt stark vom Wetter ab. An sonnigen oder windreichen Tagen kann deshalb ein Überschuss entstehen. Bei wenig Sonne oder Wind sinkt die Produktion dagegen schnell.

Rożnów II soll diese Schwankungen ausgleichen. Überschüssiger Strom kann gespeichert und später wieder ins Netz eingespeist werden. Damit soll das Projekt die Nutzung von erneuerbarem Strom verbessern. Gleichzeitig kann es das Risiko einer Überlastung des Stromnetzes verringern und die Energieversorgung Polens sicherer machen.

Neue Arbeitsplätze und zusätzlicher Hochwasserschutz

Das Projekt soll nicht nur für das polnische Energiesystem Vorteile bringen. Auch die Region soll profitieren. Die mehrjährige Bauphase dürfte Hunderte Arbeitsplätze schaffen. Gleichzeitig soll die Investition der lokalen Wirtschaft einen zusätzlichen Impuls geben.

Rożnów II hat zudem eine mögliche Funktion beim Hochwasserschutz. Das Oberbecken soll bis zu 10 Prozent einer Hochwasserwelle des Dunajec aufnehmen können. Damit könnte es als zusätzlicher Puffer für die umliegenden Ortschaften dienen.

Am 13. Juli unterzeichneten Energieminister Miłosz Motyka, Grzegorz Lot, Vorstandsvorsitzender von TAURON Polska Energia, und Michał Orłowski, stellvertretender Vorstandsvorsitzender für Vermögensverwaltung und Entwicklung, eine Absichtserklärung. Sie vereinbarten darin eine Zusammenarbeit zur Unterstützung des Kraftwerksbaus und damit zur Entwicklung großskaliger Energiespeicher in Polen.

Miłosz Motyka erklärte damals: „Eine sichere Energiewende ist ohne moderne Energiespeicher nicht möglich. Die Energiesicherheit Polens erfordert heute nicht nur neue Energiequellen, sondern auch die Möglichkeit, Energie effizient zu speichern. Deshalb betrachten wir die Entwicklung großskaliger Energiespeicher als eine der Prioritäten beim Aufbau eines modernen, flexiblen und widerstandsfähigen Stromsystems.“

Bau soll 2028 beginnen

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass die Planungsunterlagen und Umweltentscheidungen bis Ende 2027 abgeschlossen werden. 2028 soll der Bau beginnen. 2033 soll das Kraftwerk ans Netz gehen.

Die Finanzierung ist allerdings noch nicht endgültig geklärt. TAURON führt derzeit Gespräche mit Geschäftspartnern, Banken und internationalen Institutionen. Zusätzlich werden mögliche staatliche Fördermechanismen geprüft.

Auch bei den Umweltverfahren gibt es noch offene Punkte. Die 2026 ausgesetzten Verfahren müssen wieder aufgenommen und abgeschlossen werden, bevor die Bauarbeiten beginnen können.

Rożnów II als Schlüsselprojekt der Energiewende

Rożnów II gilt als strategisch wichtiges Projekt für die polnische Energiewende. Gleichzeitig soll das Pumpspeicherkraftwerk die Stabilität des gesamten Stromsystems verbessern.

Wenn der Zeitplan eingehalten wird, entsteht in einigen Jahren auf einem Berg oberhalb des Jezioro Rożnowskie Polens größte „Wasserbatterie“.

Quelle: portalsamorzadowy

Foto: Wikimedia Commons

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