Die Plattform soll eine Stiftung sein, die die Automatisierung und Digitalisierung der polnischen Industrie fördern wird.
“Ob wir es wollen oder nicht, die Industrie 4.0 tritt langsam ein. Die technologische Entwicklung wird u.a. die steigende Automatisierung begleiten. Die Umsetzung der Industrie-4.0-Idee erfordert einer Zusammenarbeit und des Wissensaustausches. Deswegen rufen wir eine nationale Plattform ins Leben, die die Arbeit und Tätigkeit vieler Einrichtungen koordinieren wird. Die polnische Industrie 4.0 Plattform soll Wissen auf den Markt bringen, sie soll den Erfahrungsaustausch anregen und Unternehmer bei der Erarbeitung und Umsetzung neuer Technologien und Businessmodelle, die auf einer modernen Produktion basieren, unterstützen – sagte der Finanz- und Wirtschaftsminister Mateusz Morawiecki in Krakau beim Impact-Kongress.
Der rechtliche Weg zur Gründung der Plattform wurde bereits eingeleitet, was das Wirtschaftsministerium auf seiner Homepage bestätigte. Der Gesetzentwurf soll sowohl den Maßnahmen, die auf der EU-Ebene unternommen werden, als auch den Erwartungen des Privatsektors in Polen entgegenkommen. Die polnische Industrie 4.0-Plattform soll polnische Unternehmen im informativen, Kompetenz- und technologischen Bereich unterstützen, um die globale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Die Umsetzung der Hightech-Strategie soll einen sprunghaften Anstieg der Produktivität der polnischen Wirtschaft mit sich ziehen. Passivität gegenüber der vierten industriellen Revolution könnte zur Marginalisierung der polnischen Wirtschaft führen – hieß es in der Aussendung des Ministeriums. Die Notwendigkeit zu neuen Anreizen für die Wirtschaft verdeutlichen auch Statistiken bezüglich der Automatisierung. Laut International Federation of Robotics (IFR) beläuft sich die durchschnittliche Robotisierungsdichte in der globalen Wirtschaft auf 62 Roboter pro 10 Tsd. Arbeitnehmer. Die polnische Wirtschaft ist mit nur 22 Robotern pro 10 Tsd. Arbeitnehmer in dieser Hinsicht eine der am schwächsten automatisierten Wirtschaften. In Deutschland fallen beispielsweise auf 10 Tsd. Arbeitnehmer gleich 292 Roboter.
Deswegen soll die Plattform eine flexible Institution werden, die auf der Schnittstelle zwischen dem öffentlich-staatlichen Sektor und der privaten Wirtschaft funktioniert. Sie soll Technologieanbieter, Technologieabnehmer sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen zusammenschließen. Der Plattform schwebt als Aufgabe, die Verbreitung des Wissens, der Kompetenzen sowie Fähigkeiten, aber auch der verwaltungstechnischen Forderungen vor. Durch ein Netzwerk von Kompetenzzentren sollen vor allem kleine und mittlere Unternehmen davon profitieren.
In der ersten Phase soll die Plattform vor allem die zerstreuten Tätigkeiten in ein Unterstützungssystem integrieren. Die Unternehmen sollen einen erleichterten Zugriff zu den Technologien, sowie zum Know-how bekommen. Gleichzeitig will man den Unternehmen bewusstmachen, dass sie sich am technologischen Wandel beteiligten sollen, denn aus dem Bericht Smart Industry 2017 geht hervor, dass man an der Weichsel relativ skeptisch gegenüber dem Wissen sowie der Zusammenarbeit von außen sei und reaktiv gegenüber neuen Technologien sei.
Die polnische Industrie 4.0-Plattform soll bereits 2018 funktionieren. Ihre Effizienz wird anhand dem Grad der Digitalisierung und Automatisierung im Lande gemessen.